Start / Glossar / Geräte und Technik
Kryptografisches Löschen (Crypto Erase)
Beim kryptografischen Löschen wird der Schlüssel vernichtet, mit dem ein Datenträger seine Daten verschlüsselt. Ohne Schlüssel sind die Daten nicht mehr lesbar, obwohl sie physisch noch vorhanden sind.
Viele aktuelle Datenträger verschlüsseln alles, was auf sie geschrieben wird, automatisch mit einem internen Schlüssel. Das gilt für selbstverschlüsselnde SSDs ebenso wie für Smartphones und für Notebooks mit eingeschalteter Geräteverschlüsselung. Wird dieser Schlüssel sicher gelöscht und durch einen neuen ersetzt, bleibt vom alten Inhalt nur unlesbarer Zeichensalat.
Die Richtlinie NIST SP 800-88 erkennt das Verfahren als Methode der Stufe Purge an, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Die Verschlüsselung muss alle Daten erfasst haben, und der Schlüssel muss nachweislich zerstört sein.
Bei SSDs ist das besonders wichtig. Klassisches Überschreiben erreicht dort nicht zuverlässig alle Speicherzellen, weil der Controller Daten intern verschiebt und Reserveblöcke vorhält, auf die das Betriebssystem keinen Zugriff hat. Deshalb setzt man bei SSDs auf die eingebauten Löschbefehle der Firmware oder eben auf das kryptografische Löschen.
Auch hier gilt: Erst das Löschprotokoll je Gerät macht aus einer technisch korrekten Löschung einen Nachweis.
Was das für Ihre Ausmusterung bedeutet
Bei SSDs, Smartphones und modernen Notebooks ist kryptografisches Löschen oft der schnellste sichere Weg. Es setzt aber voraus, dass die Verschlüsselung von Anfang an für alle Daten aktiv war.
Verwandte Begriffe
Stand: 25.09.2026. Keine Rechtsberatung.